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Projekt "Zukunft für Haiti"

25.03.2010

Zukunft für Haiti

Gemeinsam mit dem Samariterbund bauen die SN ein Waisenhaus in Haiti.

Quelle Salzburger Nachrichten - 25.03.2010 / ANJA KRÖLL

http://search.salzburg.com/articles/9025980

E s waren nur 35 Sekunden, in denen vor knapp drei Monaten in Haiti die Erde bebte. 35 Sekunden, die ausreichen sollten, um ein Land von der Armut ins Chaos zu stürzen.Joel verbrachte diese Augenblicke unter einem Baum vor seinem Zuhause in der Provinz Leogane. Beschreiben mag er das Erlebte nicht, es sind nur zwei französische Wörter, die er verwendet: „terrible“ und „peur“. Auf Deutsch stehen sie für „furchtbar“ und „Angst“. Joel ist eines von mehr als 60 Kindern, die in einem Waisenhaus in der Provinz Leogane wohnen. Abgelegt von seiner Mutter, als er noch ein Baby war, lebt er mittlerweile seit sieben Jahren in seinem neuen Zuhause. Ein Zuhause, das seit der Katastrophe vom 12. Jänner nur noch aus Trümmern besteht.

Um den Waisenkindern von Leogane wieder ein Dach über dem Kopf und die Chance auf eine Zukunft zu geben, haben die „Salzburger Nachrichten“ gemeinsam mit dem „Arbeiter-Samariter-Bund-Österreich“ (ASBÖ) das Projekt „Zukunft für Haiti“ ins Leben gerufen. Das Ziel: mithilfe von Spendengeldern das Waisenhaus von Joel neu aufzubauen.

Ab Sonntag begeben sich die „Salzburger Nachrichten“ dafür gemeinsam mit Mitgliedern des Salzburger Samariterbundes auf eine zehntägige Reise nach Haiti. Einerseits, um einen Eindruck von der Lage der Menschen im Karibikstaat zu bekommen. Andererseits, um gegen das Vergessen anzukämpfen.

„In unserer schnelllebigen Zeit tauchen jeden Tag neue Katastrophen in den Medien auf. Doch genauso schnell sind sie von dort wieder verschwunden. Und damit leider auch aus dem Bewusstsein der Menschen. Mit dem Projekt ,Zukunft für Haiti‘ wollen wir gemeinsam mit den ,Salzburger Nachrichten‘ etwas gegen das Vergessen tun“, erklärt Christian Dengg, Bundesvorstandsmitglied und Geschäftsleiter des Samariterbundes Salzburg.

Es ist bereits das dritte Team, das der Samariterbund nach der Katastrophe vom 12. Jänner entsendet. „Bei den ersten beiden Einsätzen ging es in erster Linie um Soforthilfe, es wurden bis zu 200 Verletzte täglich betreut“, erklärt Dengg.

Der dritte Einsatz und somit das Projekt „Zukunft für Haiti“ gilt dem Wiederaufbau und der langfristigen Hilfe für das Land. Die soll vor allem eine Zukunft für die Einwohner des Karibikstaats ermöglichen. „Die Situation in Haiti war vor dem Unglück auch schrecklich. Nur wollte keiner hinsehen. Die Menschen in Haiti haben jedoch einen Weg gefunden, mit ihrer Situation zu leben. Es ist ihre Identität, ihre Heimat, das wollen sie nicht aufgeben. Doch dafür brauchen sie unsere Unterstützung“, sagt Christian Posch vom SOS-Kinderdorf (siehe Interview).

In den kommenden Wochen werden deshalb in den „Salzburger Nachrichten“ immer wieder Geschichten mit dem „Zukunft für Haiti“-Logo erscheinen. Geschichten über Haiti und Menschen, die etwas bewegen, um dem Land nach dem Jahrhundertbeben zu helfen, wie etwa den Samariter Thomas Grall, der zum zweiten Mal als Freiwilliger nach Haiti reist, oder Günther Bahr, einst Stimme von „Autofahrer unterwegs“, der Helfern hilft, die bei Einsätzen selbst an ihre Grenzen stoßen. Und natürlich über Joel, der durch das Projekt „Zukunft für Haiti“ vielleicht bald wieder ein neues zu Hause hat.

Spenden: Arbeiter-Samariter-Bund-Salzburg,

Oberbank Salzburg
BLZ: 15090
Kontonummer: 1111 28 088
Kennwort: Zukunft für Haiti.